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Das 6941st Guard Battalion Berlin - 13. Kapitel 1961

 

 

In Westdeutschland,

war Anfang 1961, aus Kreisen der den britischen Streitkräften unter­stellten GSO (German Service Organization) eine sogenannte Betreuungsgemein­schaft gegründet worden, deren wesentlichstes Ziel die Erreichung des Status "Öffentlicher Dienst" für alle Beschäftigten bei den Stationierungs-Streitkräften war. Die bei den US Streitkräften beschäftigten Arbeitnehmer insbe­sondere die der Dienstgruppen, wurden angesprochen, sich zu beteiligen. Vom 6941 LSC traten viele, besonders ältere Angehörige bei. Nachdem sich nach und nach herausge­stellt hatte, dass die Berliner Belange nicht genügend Beachtung fanden und der Vor­stand in Westdeutschland (Herr FREESE, GSO) wenig Interesse an der Aufklärung von Unregelmässigkeiten in der Beitragsabrechnung des Berliner Vertrauensmannes zeigte, traten fast alle Berliner Mitglieder aus dieser Organisation wieder aus.

 
Im Fühjahr

bahnte sich wieder eine Umorganisation der Supervision an. Der Provost Marshal des Berlin Command, LTC SABOLYK, beantragte die Unterstellung des LSC unter seine Kontrolle, da die Aufgaben dieser Organisation eindeutig in das Ge­biet der "Physical Security" fielen, die wiederum eine Funktion des PM sei. Die Anre­gung zu diesem Vorschlag kam vom Provost Marshal, USAREUR, BG TURNER. Die Centerführung stimmte dem Plan zu, hauptsächlich, um aus der Unterstellung unter Special Troops heraus zu kommen. Headquarters Special Troops machte keine Schwierigkei­ten, da der neue CO, Special Troops der bisherige Asst PM, MAJ SHUMAKER, war. LTC SABOLYK bestimmte als neuen Chief, Labor Supervision und gleichzeitigen Physi­cal Security Officer seinen bisherigen Confinement Officer, CPT GIACOMAZZI.

 

Nachdem sich der PM

einen Einblick in die Operation und unsere Probleme verschafft hatte, war seine erste Anordnung, dass LTC WEIDEMANN, MAJ REMUS und CPT GIACOMAZZI nach Hei­delberg fahren und dort mit Unterstützung des USAREUR PM von der Lab Svc Div eine bessere Unterstützung, besonders auf dem Gebiet der Tarifverhandlungen fordern soll­ten. In der folgenden Zeit sollte das Center erfahren, dass LTC SABOLYK, ihm in ständig wachsendem Maße seine ganze Aufmerksamkeit und Fürsorge angedeihen ließ.

 

So war es ihm zu verdanken,

dass der LS aus seiner bisherigen Stellung als wenig be­achtete Einheit mehr ins Licht gerückt und allmählich auch bei den höheren US Kom­mandostellen "salonfähig" wurde. Rein äußerlich zeigte sich das für alle, als auf der am 15. August veröffentlichten COMMAND ORGANIZATIONAL CHART das 6941 LSC als "Major Subordinate Unit" in einer Reihe mit den Battle Groups aufgeführt wurde, den LS Officers die Mitgliedschaft zum US Officer´s Club angetragen und die Centerführung laufend zu allen möglichen offiziellen Anlässen und zu vielen privaten Veranstaltun­gen eingeladen wurde.

 

Mitten in diese hoffnungsvolle Entwicklung

platzte eine politische Bombe: Am 13. August sperrten die Kommunisten die Übergänge nach Ost-Berlin und begannen mit der Errichtung der Berliner Mauer. Hüben und drüben marschierten Truppen auf. Damit wurde Berlin politisch sowie militärisch zum Brennpunkt des Interesses der Weltöffentlichkeit. Auch auf den Labor Service sollte sich diese gespannte Lage auswirken. Von West­deutschland aus wurde eine US Kampfgruppe zur Verstärkung der Berliner Garnison Marsch gesetzt. In den frühen Morgenstunden des 19. August, einem Sonnabend, wurde das Center alarmiert.

 

Befehl:

Alle bisher vorn LS belegten Unterkünfte sind zu räumen, um den am gleichen Abend eintreffenden Truppen Platz machen zu können. Als Ausweichquartiere wurden einige Räume in Haus # 904 zur Verfügung gestellt, die jedoch völlig unzureichend waren. Trotz aller Beschwernisse (wenig Leute, volle Schränke, unzureichende Abstellmöglichkeiten) war bis zum späten Abend der Umzug vollzogen. Die neue Unterkunft war derart beengt, dass kaum Betten aufgestellt werden konnten, jede Kompanie hatte einen großen Raum in dem nur Schränke standen und der lediglich zum Umziehen dienen konnte.


Hierzu muss bemerkt werden,

dass bereits vor diesem Umzug geplant war, den Labor Service aus Haus # 903 nach Haus # 904 umziehen zu lassen. Die ASA beabsichtigte Haus # 903 zu übemehmen und hatte bereits um das Gebäude einen Zaun ziehen lassen. Allerdings wären die damals für den LS vorgesehenen Unterkünfte in Haus # 904 durch Ver­legung von anderen Einheiten wesentlich geräumiger gewesen. Durch die Ankunft der Reinforcing Battle Group waren diese Pläne nun überholt und jeder versuchte sich so gut als möglich einzurichten.   

 
Am 1. Juli

hatte General a.D. FLOERKE den aus Gesundheitsgründen ausschei­denden General a.D. KEMPF als German Liaison Director abgelöst.


Im Juli

wurden die 1 3/4 to Opel, die alle schon ca. 100.000 km gefahren waren, durch neue 1,9 to Opel ersetzt. Die Sitzbänke für den Mannschaftstransport wurden mit eigenen Kräften eingebaut und zwar so, dass sie in der Mitte der Ladefläche (Rücken an Rücken) aufgestellt wurden, was sich gegenüber der früheren Anordnung bewährte.


Im August

wurden 2 LS-Posten in Parks Range auf ihrem Patrouillengang ent­lang der Zonengrenze von vier VOPO's, die über den Zaun gestiegen waren, tätlich ange­griffen. Den zwei LS-Posten gelang es jedoch, die Angreifer in die Flucht zu schlagen.
Im gleichen Monat baten 2 Angehörige der "Nationalen Volksarmee" bei unse­ren Posten in Rudow um Asyl. Bereits vor Errichtung der Mauer hatte sich Im Juni ein "Volksarmist" bei unserem Posten in Wannsee Depot Training Area als Überläufer gemeldet.


Im September

wurden die bisherigen US Carabines M1 durch Rifles M14 ersetzt. Damit war der LS genau so modern bewaffnet wie die in Berlin stationierten US Streitkräfte, wohingegen die in Westdeutschland stehenden US Truppen erst später die neue Waffe bekamen, von den westdeutschen LS Einheiten ganz zu schweigen.


Die Lösung der Unterbringungsfrage

für den Labor Service wurde immer dringender, schon mit Rücksicht auf die Stimmung und Moral der auf engstem Raum zusammengedrängten Leute.

Der Command Chaplain, COL GOLDER, der die LS Leute bei einem Besuch in ihrer mangelhaften Behausung besichtigte, versprach, sofort beim General vorstellig zu werden.

Mehrere Lösungen wurden versucht, so z.B. die Unterbringung eines Teiles des Cen­ters in Haus # 512 des US Hospitals Unter den Eichen, das dann allerdings vorher noch renoviert werden müßte.

Zu diesem Zeitpunkt brachte die Centerführung erstmalig Roosevelt Barracks ins Gespräch und beantragte die Wieder-Beschlagnahme der Gardeschützenkaserne für den LS. Dort hatte sich inzwischen einiges verändert: Haus # 1 war gerade renoviert worden und sollte als Unterkunft für Lehrlinge aus Westdeutschland eingerichtet werden, Haus # 8, das ehemalige Clubgebäude, stand kurz vor der Fertigstellung eines Umbaues in ein Bürohaus, in das das Finanzamt Steglitz einziehen sollte, in Haus # 4 und # 5 hatte die BEHALA ihre Lagerräume, Haus # 1a, # 2, # 3 und # 6 war vom Museum belegt (Stiftung ehem. preussischer Kulturbesitz) und die Häuser # 11, # 12, # 13, # 14 und # 15 mit dem ehemali­gen Drillfield "B" standen kurz vor dem Verkauf an den Berliner Senat (Polizei). Im Haus # 10 war eine Abteilung des Materialprüfungsamtes untergebracht sowie die Technische Not­hilfe, die auch die Werkstatt- und Waschhallen belegt hatte.


LTC VOGEL, G-4,

der kurz darauf Chief of Staff wurde berief für alle Be­teiligten eine Besprechung ein, die ziemlich turbulent verlief und zum Ergebnis hatte, dass die US Streitkräfte die Gebäude # 1, # 7, # 8, # 9, # 10 und # 13 sowie das ehemalige Drillfield "A", zum Teil gegen den lebhaften Protest verschiedener Betroffener beschlag­nahmten. Die Wachkompanien zogen ins Haus # 1, der Center Stab ins Haus # 8, HQ Co ins Haus # 10. Der Motor Pool bezog die Gebäude # 7 und # 9. In Haus # 13 wurden Officer´s Quarters und der Officer´s Club eingerichtet. Haus # 12 wurde vorübergehend als Messe eingerichtet. Dort wurde auch (zum Teil auf Field Kitchen Ranges) gekocht, bis die moderne Kücheneinrichtung in Haus # 1 eingebaut war. Die Numerierung, der von den US Dienststellen beschlag­nahmten Gebäude wurde später gäendert (800 Serie).

 

Am 1. November

war der Umzug abge­schlossen.


"Berlin Command"

war inzwischen umgewandelt worden. Den Oberbefehl über die Streitkräfte in Berlin übernahm Maj Gen WATSON, als "Commanding General, US Army Berlin", der gleichzeitig US Commandant und Deputy Chief der US Mission war. Ihm unterstellt war BG HARTEL als "Commanding General, Berlin Brigade": Hieß es früher Berlin Command (BC), so war die neue Bezeichnung nunmehr Berlin Brigade (BBde).

 

An der Weihnachtsfeier der HQ Co,

die im Haus # 12 abgehalten wurde, nahmen BG HARTEL, Col VOGEL und LTC SABOLIK teil

 

Am 29. Juni

hatten viele Centerangehörige an der Beerdigung des am 21. Juni an einem Herzinfarkt verstorbenen SFC GOEDEL, 4077 LSCo, teilgenommen.


Am 19. Dezember

nahmen LS Angehörige an der Beerdigung des verstorbenen Kraftfahrers SCHRUMPF teil.